Camino del Norte – Ein Fazit

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Jeder Tag den Du lebst ist Frage und Antwort zur gleichen Zeit!

Hallo zusammen, wir haben die Tage nach dem Camino noch als kleinen Urlaub genossen. Schöne bekannte Städte und neue Erlebnisse standen auf dem Programm der Rückfahrt zum Flughafen Bilbao. Dies wurde für uns zu einer Art Zeitreise durch 4 Wochen wandern.

Mit vielen Schildern an der Autobahn – und das waren nur die größeren Orte – verbinden wir Erinnerungen: an Menschen, an Hotels und Waschsalons, an die Wege dahin und weiter, und natürlich an Restaurants und die Spezialiten der Region. Vieles wird uns auf ewig in Erinnerung bleiben, als kleine Anekdote, als schöne oder anstrengende Erfahrung.

Wir haben viele tolle, liebe und hilfsbereite Menschen kennen gelernt, die trotz Sprachbarrieren Hände und Füsse einsetzten um mit uns zu kommunizieren, ihre eigenen Pläne anpassten für ihre Hilfe, einfach menschlich waren. Das eine oder andere Mißverständnis war spannend oder lustig. Einiges löste sich erst später auf, vielleicht 1/2 Tag danach und wir konnten herzhaft darüber lachen.

Tolle Unterkünfte und Bars/Restaurants haben uns gezeigt, dass nicht die erste Reihe das Maß der Dinge ist, sondern der Blick hinter die Kulissen und in die Nebenstraßen lohnt. Kleine Bars im Stil unserer alten Dorfkneipen, in denen auch in der Woche ab 17 Uhr das Leben der Einwohner stattfindet, auch das war Teil einer Zeitreise.

Natürlich fielen wir zum Anfang als Deutsche auf – eine rote Ampel war wie ein Stoppschild. Darauf sprach uns ein Belgier an, der neben uns stand und auch wartete. Das haben wir uns ein paar hundert Kilometer weiter abgewöhnt, denn Stehen machte keinen Spaß mehr. Wir lernten auch die spanische Lebensart kennen und lieben – auch wenn es eine Weile gedauert hat und erst befremdlich wirkte, besonders wenn Dinge fest eingeplant waren. Wann passiert das? Mañana … Und das ist ein dehnbarer Begriff. 🤭

Historisch und architektonisch interessante Orte, verlassene Dörfer und modernste Gebäude, quasi unberührte Natur, Wind und Wetter – uns begleitete jeden Tag die Realität. Dennoch war alles irgendwie unwirklich, unfassbar und Reizüberflutung. So war es uns wichtig, jeden Tag etwas zu unserem Tag zu schreiben, um uns selbst eine „Gedankenstütze“ zu geben. Im Vorfeld, während der Planung, kannte ich jeden Zielort der Etappen – sogar in Reihenfolge. Das schaffe ich jetzt ad’hoc nicht mehr, es ist so viel passiert.

Persönlich wirkt sich das sicher in vielen Punkten aus, mal mehr, mal weniger. Ich sehe die Welt mit anderen Augen, aus einem anderen Blickwinkel, der berühmte „Tellerrand“ war noch nie meine Grenze, jetzt erst Recht nicht mehr. Das wirkliche Leben findet überall statt, wenn nicht Touristen das Bild bestimmen. Es ist mal grau, mal bunt, mal einfach, mal unfassbar kompliziert – eben einfach das Leben selbst. Manchmal fehlen die Worte, um ein Gefühl zu beschreiben. Das ist genau so, wie Fotos nie das Bild wiedergeben können, das den Moment bestimmt hat. Augen machen eben die schönsten Bilder.

Gatztelugatxe war mir sooo wichtig! Und es war noch krasser als alle Bilder…

Ein Kommentar

  1. Eine entspannte Heimreise wünsche ich euch, schwelgt in wunderschöne Erinnerungen und freut euch auf zu Hause, liebe Grüße Ines

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